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Eliteuni - Blick nach Frankreich

Viel wurde in letzter Zeit von der Einrichtung von Eliteunis gesprochen. In Frankreich hat kaum jemand eine echte Aufstiegschance, wenn er nicht eine solche Eliteschmide besucht hat. Als Joschka Fischer Ausminister wurde, rümpften die oberen 10.000 der Franzosen meines Wissen die Nase: Ein Taxifahrer als Minister? In Frankreich undenkbar.

Doch läuft es in Frankreich besser als bei uns? Derzeit sieht es trotz der dortigen Eliteunis nicht danach aus.

Die Einführung von Eliteunis birgt auch die Gefahr, dass die normalen Unis und ihre Abschlüsse dadurch abgewertet werden. Und spricht es nicht für die deutschen Unis, wenn zahlreiche junge deutsche Forscher in den USA ihre Karriere beginnen? So schlecht kann die Lehre ja nicht sein.

Jahrzehntelang sind wir ohne Eliteunis gut gefahren. Jetzt wird nach Größerem verlangt. Und es wundert nicht, dass Berlin den Zuschlag erhalten soll. Manch einer träumt von der Elitenkonzentration in der Hauptstadt. Als Schröder ins neue Kanzleramt einzog meinte er noch, es sei ein wenig zu groß geraten. Was er wohl heute dazu sagen würde?

Ex-Elitestudi zum Thema Eliteuni

Johannes Huppa wechelte im Rahmen seiner Promotion u.a. an die Stanford
Universität in den USA. Inzwischen ist er in den USA als Forscher
(Biotechnologie) tätig. Zum Thema Eliteuni in Deutschland schreibt er:

".....Wir hatten hier mit der Ministerin Buhlmann im Januar 2001 oder 2000
eine Konferenz. Wir haben damals unsere Anliegen oeffentlich gemacht. Im
Prinzip waren die Politiker auf unserer Seite, suchten unseren Input fuer
Veraenderungen. Widerstand kam dann vor allem von den etablierten Profs in
Deutschland.

Elite Unis reflektieren nicht wirklich unsere Mentalitaet in Deutschland,
sie funktionieren in USA aber sind voelliger Unsinn in Deutschland. Ein gutes Beispiel gegen die Eliteunis sind die staatlichen Unis in Kalifornien (UCSF, Berkeley, UCLA), sie koennen sich mit den anderen Spitzenunis locker
vergleichen, sind aber trozdem erschwinglich (obwohl sie jetzt ordentlich teurer werden, wg. Finanzmisere) und zugaenglich.

Im Prinzip haben wir an manchen Unis in Deutschland Eliteinstitute, wo man
nur reinkommt, wenn man genug zu bieten hat. Dagegen habe ich nichts. Man
darf ja nicht den Fehler machen, aufgrund der weniger talentierten oder
engagierten/motivierten Studenten die Ausbildung/Forschung zu verwaessern. Aber man sollte allen die Moeglichkeit geben, sich zu profilieren. Das macht man ueber Leistungsnachweis und nicht ueber Ruf oder Elternhaus oder Kohle.

Wenn man die Mittel in Deutschland mehr nach nachvollziehbarer Leistung
vergeben wuerde und nicht einfach mit der Giesskanne verteilen wuerde, dann waere allen gedient. Und das funktioniert uebrigens in den USA einfach (zumindest in meinem Sektor) viel besser.

Ein Riesenproblem in Deutschland ist auch die Einstellung" Top oder Flop".
In USA ist alles graduierter. Das heisst, wenn man oberes Mittlemass ist,
kann man sich innerhalb kuerzerer Zeit weiter nach oben er nach unten arbeiten. Wer einmal in Deutschland oben ist, bleibt dort fuer den Rest
seiner Zeit. Wenn man aber bis zu einem gewissen Alter nicht oben ist, kann
man seine Karrire voellig vergessen. Elite gibts in USA, ja, aber sie muss
sich immer wieder erneuern und ist niemals fuer immer. Und damit kann man
leben, finde ich.

Vergleicht man z.B. den Einwandererkinderanteil an US Spitzenunis mit dem an Deutschen Unis (sogenannte "Auslaenderkinder"), dann wird eigentlich
schnell klar, was ich meine. Am MIT hatte fast jeder 2. Student asiatische
Features, wieviel Deutsche tuerkischer Herkunft hatte ich in Berlin in meinem Studium? Einen in ungefaehr 150. Ziemlich aermlich, oder?"

Wikipedia Artikel Eliteuniversität



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