Papst begeht strafbare Gotteslästerung
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Der Theologie-Professor Rainer Kampling meint: Der Papst ist Opfer seiner eigenen Forderung geworden, mehr Ehrfurcht vor Religion zu haben (taz vom 16.9.2006 "Man höre mir auf mit dem Kreuzzug-Gewäsch!")

Benedikt XYI., ist in Deutschland noch mit dem ersten Wohnsitz gemeldet, die "Tat" geschah in Regensburg: Der Papst hat durch das Verwenden eines Zitats aus dem Mittelalter durchblicken lassen, dass er den Islam unvernüftig findet, da dieser eine gewaltsame Bekehrung erlaube. Dabei hat er unterschlagen, dass im Mittelalter in Bezugnahme auf einen Bibelspruch auch Christen meinten gewaltsam bekehren zu dürfen. Zwar bedauert der Papst inzwischen, dass seine "missverständlichen Äußerungen" die Gefühle von religiösen Menschen verletzt haben könnten, doch Al-Qaida droht jetzt mit Terroranschlägen auch in Deutschland.

Aus Sicht von Muslimen sind die Papst Äußerungen eine Beschimpfung und zudem offensichtlich geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören. Lieber Herr Stoiber, muss der Papst jetzt nicht nach
§ 166 StGB (dem Gottesläserungsparagrafen) mit Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden? Warum zeigen Sie ihn nicht an? Vielleicht, weil Sie nicht so sicher sind, ob der Vatikan ihn ausliefern würde? Oder arbeitet ihr persönliches Justizministerium gerade deshalb an einem Gesetzentwurf, aufgrund dessen in § 166 StGB der Zusatz "Störung des öffentlichen Friedens" wegfallen soll, damit der Papst ganz in Berlusconi-Manier der Strafe entgeht. Sie aber sollten bedenken: So es Gott gibt, ist er Anarchist oder zumindest Kommunist. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Marx und Engels haben Gott sicher nur deshalb außen vor gelassen, da er damals von einer die kastrophalen Zustände unterstützenden Kirche vereinnahmt wurde. 1848 lehnte es das potenziell königliche/kaiserliche Saatsoberhaupt ab, von niederen Bürgern die Krone aufgesetzt zu bekommen. Und das, obwohl die Nationalversammlung bekanntlich in der Paulskirche zu Frankfurt tagte. Ein Kaiser kann ja nur nach einem historischen gottgewollten Sieg über den Erbfeind Frankreich direckt von Gott selbst berufen werden. Wie der Papst und Al-Qaida.

Es wäre wohl am besten wenn Al-Qaida es so halten würde wie wir, und den Papst einfach nicht ganz so ernst nehmen würde. Denn schließlich ist es ja gottgewollt, dass die Menschen nicht mit Kondomen verhüten und sich gegen Aids schützen sollen. Nun, wer es glaubt, wird seelig... Was meint eingentlich Bin Laden in der Frage? Oder Kumpel Bush aus Gods One Country, dessen Kumpels von der CIA Bin Laden & Co jahrelang das Foltern und Töten beibrachten? Da hatten sich doch die Richten gefunden, als es gegen die gottlosen Kommunisten ging. Taliban, Bin Laden & Co waren gut, auch noch, als in Algerien dank der CIA Ausbildung Massenmorde verübt werden konnten. Göttliche versteht sich! Wo blieb den der Aufschrei in Gods One Country? Aber natürlich, ca n arive pas pré des chez nous. Dazu brauchte es 9.11. Ein willkommener Anlass das Gute in Form von Menschenrechten und Demokratie in der Welt zu verbreiten. Und zwar ganz nach der Methode Al-Qaida im Dschihad a la Bush, natürlich gottgewollt, wie Bush in einem Gebet erfuhr bevor er den Angriff befahl. Herr Bush, und Herr Bin Laden, um es mit Grönemeyer zu sagen: Schießt euch gemeinsam auf den Mond und prügelt euch da oben, der ist unbewohnt.
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Reaktionen:
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"Wenn man sich die Papstreden im ganzen durchliest findet man Stellen an denen er die Fehler der Kath.Kirche zugibt. Die Fehler in der Glaubensentwicklung dürfen nicht übernommen werden. Der ganze Sinn der Reden ist darauf ausgerichtet ist den Glauben an sich (also auch den islamischen Glauben)als berechtigt und Sinnvoll anzuerkennen.  Den notwendigen Dialog der Kulturen können nur solche führen die die Berechtigung des Anderen anerkennen. Dieses Zitat kann nur als negatives Beispiel gemeint gewesen sein."
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"Leider verkürzt die deutsche und wahrscheinlich auch die internationale Presse das auf einen Konflikt. Das gibt Einschaltquoten! Der "Kampf der Kulturen" wird erst hochgepuscht und dann wieder bei Sabine Christiansen & Co abgedämpft. Hoffentlich bevor er überkocht. Außerdem kann wird Bin Laden & Co sich wohl kaum deutsche Talkshows anschauen."
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"Gerade die jetzige Diskussion zeigt doch, dass der Papst und andere durch Sendungen wie "Popetown" nichts von seiner wirklichen Autorität verliert."
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"Papst Benedikt XVI. möchte einerseits eine stärkere Religösität, anderseits betont er die Vernunft in der Religion. Gerade die Vernuft gebietet aber Religionen und Ideologien nicht zu stark zu betonen.Vielleicht werden wir Frieden auf Erden erst erreichen, wenn uns Außerirdische bedrohen. Der Mensch braucht, um seine Identität zu konstruieren leider immer Feindbilder oder zumindest Gegner. Früher waren es die Ideologien (Kapitalismus versus Kommunismus), heute, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks scheinen leider die Religionen an stelle der Ideologien zu treten."
Irans Präsident Ahmahdinedschad nimmt den Papst in Schutz

Der iranische Praesident erklaerte bei einem Besuch in Venezuela zu den Aeußerungen des Papstes: "Wir respektieren den Papst, wir respektieren alle, die sich fuer Frieden und Gerechtigkeit einsetzen." und ergaenzte:

"Wir glauben, dass alle Religionen nach Frieden und Sicherheit streben, nach Moral und Gerechtigkeit", Alle Religionen seien "Teil des Friedens und der Bruederlichkeit".

Ein großer Teil der deutschen Medien bemuehte sich gleichzeitig darum, die Empoerung in der islamischen Welt umzumuenzen als grundsaetzliche religioese Unvereinbarkeit zwischen Christentum und Islam und beschwor den bevorstehenden "Kampf der Kulturen", der vor mehr als 10 Jahren bereits vom CIA.Autor Huntington als unvermeidlich erklaert worden war.

Diesen westlichen Bemuehungen um Eskalation, wie sie insbesondere von der neokonservativen Bush-Regierung angestrebt wird, versuchte offenbar Ahmahdinedschad entgegenzutreten.

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Drewermann kritisiert Islamgipfel beim Papst

Der Kirchenkritiker Eugen Drewermann hat schwere Vorwürfe gegen den Papst erhoben. Auch nach dem Treffen von Benedikt XVI. mit Vertretern muslimischer Länder gebe es keinen Wandel im Dialog mit dem Islam. Die Audienz sei nur ein diplomatischer Trick gewesen.

Münster - "Der Papst setzt sich hin und liest ein Papier vor - das ist doch kein Dialog", sagte Drewermann heute der Nachrichtenagentur dpa. Bislang gebe es von Seiten des Vatikans nichts als diplomatische Gesten und Tricks. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Papst als einer unter gleichen zwischen Muslimen gesessen hat, um zuzuhören."

Drewermann warf Benedikt XVI. vor, das umstrittene Zitat seiner Rede in Regensburg mit Bedacht gewählt zu haben. "Mohammed wollte nie etwas Neues bringen", sagte Drewermann. Vielmehr sei der Islam ein "Reformangebot an die dogmatischen Verknöcherungen der Kirche".

Viel zu oft werde nach Ansicht Drewermanns den Muslimen - auch hier in Deutschland - mit erhobenem Zeigefinger begegnet und erklärt, was sie zu tun und zu lassen hätten. "Diese Arroganz macht mich wütend", sagte er. Der Islam sei in den vergangenen Jahren vor allem von den USA als "Ersatzattrappe für das Sowjet-Imperium" aufgebaut worden. "Man will den Kulturkampf", sagte Drewermann. So wertete er den Libanon-Krieg als eine "Testreihe" dafür, ob es möglich sei mit Bombardements auch Iran zu besiegen. "Gott sei Dank ist das schief gegangen", sagte der Theologe.

Der Pontifex hatte einen byzantinischen Kaiser mit den Worten zitiert, der Prophet Mohammed habe nur "Schlechtes und Inhumanes" gebracht, weil er den Glauben mit dem Schwert habe verbreiten lassen wollen. Nach Protesten in der islamischen Welt hatte Benedikt XVI. mehrmals bedauert, dass seine Äußerungen missverstanden worden seien.

ler/dpa  http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,439334,00.html

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Hintergrund: Was Papst Benedikt XVI. wirklich sagte
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Gelehrte Diskussion:

König von Jordanien initiiert Islam-Brief an den Papst

Nach der harschen Kritik an der Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI. melden sich erstmals moderate muslimische Stimmen von Gewicht zu Wort. Mit einem gemeinsames Schreiben wollen staatsnahe Religionsführern auf die „Irrtümer“ von Benedikt XVI. hinweisen und den Konflikt entschärfen. Gleichzeitig erhält der Papst eine Lektion in Sachen Islam.
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Papst ruft zum Frieden im Irak auf
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Der Papst hat in einem dramatischen Appell zum Frieden im Irak aufgerufen. Benedikt XVI. sagte auf dem Petersplatz, die Nachrichten aus dem Irak erfüllten ihn mit großer Sorge. Viele Menschen würden allein wegen ihrer Religions-Zugehörigkeit angegriffen. Unter der grausamen Gewalt litten Sunniten, Schiiten und Christen gleichermaßen. Der Papst forderte alle politischen und religiösen Führer im Irak sowie die internationale Gemeinschaft zur Zusammenarbeit auf, um die Spirale der Gewalt zu beenden. Der Papst übermittelte den Muslimen zugleich zum Ende des Fastenmonats Ramadan einen herzlichen Gruß.



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